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Zahnarztangst - Wie findet man Angstpraxen?
Zahnarzt Dr. Wolfgang H. KochÜber die Frage, worauf man als Angstpatient bei der Suche nach einer geeigenten Zahnarztpraxis achten sollte, sprachen wir mit dem Link Zahnarzt Dr. Wolfgang H. Koch, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates des Forum Natürliche Zahngesundheit e.V.

Forum: Herr Dr. Koch, viele Menschen haben ja große Angst vor dem Zahnarzt. Gibt es eigentlich Zahnarztpraxen, die sich speziell auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert haben?
Dr. Koch: Ja, die gibt es. Glücklicherweise werden es auch in Deutschland immer mehr.

Forum: Ist die Spezialisierung auf Angstpatienten denn in anderen Ländern verbreiteter?
Dr. Koch: Das kann man wohl sagen. Vor allem in Schweden und in den USA wird dem Phänomen Dentalphobie schon seit langem weit mehr Beachtung geschenkt als hierzulande. Dort gibt es zahlreiche Kliniken und Praxen, die sich auf Angstpatienten spezialisiert haben und ein entsprechendes Therapiespektrum anbieten. Aber wie gesagt, die Tendenz in Deutschland ist steigend, auch wenn es im Vergleich zum Ausland weniger Zahnärzte sind, die ihre Patientinnen und Patienten bei der Bewältigung ihrer Ängste wirksam unterstützen.

Forum: Worauf muss denn der Angstpatient bei der Suche nach einer geeigneten Praxis achten? Woher weiß er, dass die Praxis spezialisiert ist?
Dr. Koch: Bevor man eine Praxis oder Klinik aufsucht, sollte man sich informieren, ob dort Erfahrungen mit der Behandlung von Dentalphobikern bestehen. Auskünfte dazu erteilen die zuständigen Zahnärztekammern. Mittlerweile findet man aber auch im Internet Listen von spezialisierten Praxen und Kliniken. Normalerweise sind dort dann auch weitere Informationen zu den angewendeten Methoden und Verfahren hinterlegt. (vgl. auch Links)

Forum: Sie haben sich mit Ihrer Praxis ja auch auf die Gruppe der Angstpatienten spezialisiert. Können Sie einmal berichten, was wichtig ist, damit der Patient den Zahnarztbesuch bzw. die Behandlung "erträgt"?
Dr. Koch: Da sprechen Sie einen wichtigen Aspekt an. Eine Behandlung sollte nämlich beim ersten Termin überhaupt nicht erfolgen. Dieser Termin muss dem gegenseitigen Kennenlernen von Patient und Zahnarzt gewidmet sein. Das Gespräch sollte auch nicht im Behandlungsraum stattfinden, sondern in einer entspannten Atmosphäre, beispielsweise im Beratungszimmer. Ein Zahnarzt, der Erfahrung im Umgang mit Angstpatienten hat, wird dabei auf Dienstkleidung wie den weißen Kittel verzichten. Danach kann eine Führung durch die Praxisräume hilfreich sein, um Ängste ab- und Vertrauen aufzubauen.

Forum: Der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses ist also wichtig.
Dr. Koch: Das ist das wichtigste überhaupt, dass der Angstpatient ein Vertrauensverhältnis zu seinem Behandler aufbauen kann. Er muss alle Fragen stellen können, die ihm wichtig sind und alle Bedenken äußern können. Er soll sich verstanden fühlen und seine Ängste ausdrücken können. Ein Behandler, der Erfahrung mit Angstpatienten hat wird sich darauf einstellen und dem Patienten die notwendigen Hilfestellungen geben.

Forum: Aber irgendwann steht ja dann doch die erste Behandlung an.
Dr. Koch: Das ist richtig. Aber Praxen oder Kliniken, die einen Schwerpunkt auf Angstpatienten legen, arbeiten mit modernen Methoden und Verfahren, die es ermöglichen, die Behandlung angenehm und entspannt und vor allem schmerzfrei zu gestalten.

Forum: Sie meinen damit den Einsatz von Methoden wie der Akupunktur oder die Behandlung unter medizinischer Hypnose, oder?
Dr. Koch: Ja, das sicherlich auch. Besonders erwähnen möchte ich aber die Möglichkeit, den Patienten unter Narkose zu behandeln. Dies bietet sich vor allem für starke Phobiker an oder für Patienten, die einfach von der Behandlung nichts mitbekommen möchten. In den USA sind Zahnbehandlungen unter Narkose schon seit langem üblich.

Forum: Also man kommt zum Termin in die Praxis, erhält eine Narkose und alles andere läuft im Schlaf ab?
Dr. Koch: Ja, so können Sie das sehen. Der Patient wacht erst wieder auf, wenn alles vorbei ist. Er kann die Praxis dann nach kurzer Zeit schon wieder verlassen. Bei den modernen Narkosen sind die Aufwachzeiten kurz. Auch anschließende Übelkeit tritt so gut wie nicht mehr auf.

Forum: Und wenn ich nur eine Füllung brauche, aber trotzdem panische Angst vor der Behandlung habe?
Dr. Koch: Sie würden nicht glauben, wie vielen Patienten es so geht. Natürlich lässt sich auch eine einfache Füllungstherapie unter Narkose durchführen. Wichtig ist nur eines, dass der Patient die Behandlung stressfrei und ohne Angst hinter sich bringt. Für solche kleineren Versorgungen bietet sich die sog. Analgosedierung, also der Dämmerschlaf, an. Dabei wird quasi der Geist auf eine Traumreise geschickt, die Körperfunktionen bleiben aber erhalten. Angst- und Schmerzempfinden sind beim Dämmerschlaf völlig ausgeschaltet.

Forum: Herr Dr. Koch, vielen Dank für dieses Interview und die guten Tipps, worauf man bei der Wahl einer geeigneten Zahnarztpraxis achten muss, wenn man unter Behandlungsangst leidet.



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